Impressum auf TikTok: Pflicht für Creator & Unternehmen
Ab wann dein TikTok Account ein Impressum braucht, und wie du deine Privatadresse aus einem viralen Profil heraushältst.
Brauchst du ein Impressum bei Instagram? So bindest du es rechtssicher ein, und wie du deine Privatadresse schützt.


Kurze Antwort
Ja, sobald dein Instagram-Account geschäftsmäßig ist, brauchst du ein Impressum. Das gilt für Unternehmensprofile ebenso wie für Creator mit Kooperationen oder Affiliate-Links. Ein klickbarer Link in der Bio auf eine Seite mit vollständigem Impressum genügt. Das hat das Oberlandesgericht Hamburg am 21. Mai 2026 in der Sache 15 U 99/24 bestätigt. Instagram selbst hat kein Impressum-Feld. Die Angaben richten sich nach Paragraf 5 DDG, bei Reels kommt eine Angabe dazu. Und der alte Hinweis auf die EU-Streitbeilegungsplattform muss seit dem 20. Juli 2025 raus.
Was du in diesem Artikel erfährst
Beim Impressum auf Instagram gibt es zwei Fragen, die durcheinandergehen. Die erste ist, ob du überhaupt eines brauchst. Die zweite ist, wie es technisch auf ein Profil kommt, das keine Fußzeile und keine Unterseiten hat. Die zweite Frage hat lange für Unsicherheit gesorgt, weil es dazu kaum Rechtsprechung gab. Seit Mai 2026 gibt es sie.
Paragraf 5 Absatz 1 DDG verpflichtet Diensteanbieter, die geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste bereitstellen. Ein Instagram-Profil ist ein solcher Dienst. Entscheidend ist das Wort geschäftsmäßig, nicht gewerbsmäßig. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist keine Voraussetzung, es genügt ein nachhaltiges, auf Dauer angelegtes Angebot.
Die Schwelle liegt deshalb niedriger, als die meisten annehmen. Du brauchst kein angemeldetes Gewerbe und keinen Umsatz, damit die Pflicht greift.
Impressum nötig
Unternehmensprofile jeder Größe. Selbstständige, die über den Account Leistungen zeigen oder anbieten. Creator mit bezahlten Kooperationen, Affiliate-Links, eigenen Produkten oder Werbeeinnahmen. Profile, die auf eine Firmenwebsite verlinken oder das Firmenlogo tragen. Auch Vereine und Nebengewerbe.
Kein Impressum nötig
Rein private Profile ohne jeden wirtschaftlichen Bezug. Also das Urlaubsalbum für Freunde und Familie, das Hobbyprofil ohne Kooperationen, ohne Affiliate-Links und ohne Verkauf. Sobald daraus regelmäßig Einnahmen entstehen, kippt die Einordnung.
Ein häufiger Irrtum ist, dass ein privates Konto im Sinne der Instagram-Kontoeinstellungen automatisch privat im Sinne des Gesetzes wäre. Das sind zwei verschiedene Dinge. Ob du ein Privatkonto, ein Creator-Konto oder ein Business-Konto führst, ist eine Instagram-Einstellung ohne rechtliche Wirkung. Maßgeblich ist, was du dort tatsächlich tust.
Was ein Verstoß kostet: Nach Paragraf 33 Absatz 2 DDG handelt ordnungswidrig, wer eine Information nach Paragraf 5 Absatz 1 nicht, nicht richtig oder nicht vollständig verfügbar hält. Der Bußgeldrahmen liegt bei bis zu 50.000 Euro. Praktisch häufiger ist die Abmahnung durch einen Wettbewerber oder einen Verbraucherschutzverband. Genau ein solcher Verband war auch Kläger im Hamburger Verfahren.
Ein Verbraucherschutzverband hatte eine Influencerin mit rund 9,3 Millionen Followern verklagt. Der Vorwurf lautete unter anderem, die Anbieterkennzeichnung sei nicht ausreichend erreichbar gewesen. Beim Aufruf des in der Bio verlinkten Ziels erschienen im November 2023 Fehlermeldungen, die Website mit dem Impressum lud nicht.
Das Oberlandesgericht Hamburg entschied am 21. Mai 2026 unter dem Aktenzeichen 15 U 99/24 zugunsten der Influencerin. Vorinstanz war das Landgericht Hamburg mit Urteil vom 22. Oktober 2024, Az. 406 HKO 31/24. Die drei Kernaussagen zur Einbindung:
Kein eigenes Impressum im Profiltext nötig
Paragraf 5 DDG verlangt keine vollständige Anbieterkennzeichnung innerhalb des Instagram-Profils selbst. Ein Verweis auf eine externe Seite ist zulässig.
Ein gut wahrnehmbarer, klickbarer Link genügt
Maßstab ist der durchschnittliche Instagram-Nutzer. Der rechnet bei einem geschäftlichen Account damit, dass die Pflichtangaben über einen Link zur Website erreichbar sind. Der farblich abgesetzte Link in der Bio erfüllt damit leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar.
Eine kurze Störung ist kein Verstoß
Das Gesetz verlangt, die Angaben ständig verfügbar zu halten. Eine vorübergehende technische Störung reicht dafür allein nicht aus, wenn nicht belegt ist, dass sie im Einflussbereich des Anbieters lag.
Das ist eine deutliche Entlastung gegenüber der bis dahin verbreiteten Vorsicht. Zwei Einschränkungen solltest du trotzdem mitnehmen. Erstens ist das eine Entscheidung auf Ebene eines Oberlandesgerichts und keine höchstrichterliche Klärung, andere Gerichte können enger urteilen. Zweitens hilft dir das Urteil nur, wenn dein Link tatsächlich als Link erkennbar ist und am Ende auf ein vollständiges Impressum führt. An der inhaltlichen Vollständigkeit ändert die Entscheidung nichts.
Instagram bietet kein eigenes Impressum-Feld. Es gab nie eine deutsche Sonderlösung dafür, und die Kontaktoptionen im Business-Profil ersetzen kein Impressum. Was du hast, ist das Website-Feld im Profil, in dem sich mehrere Links hinterlegen lassen, sowie den Bio-Text.
Die saubere Variante in vier Schritten
Wichtig ist die Zahl der Klicks. Der Nutzer soll die Angaben ohne Umwege erreichen. Wenn dein Bio-Link auf die Startseite deiner Website führt und der Nutzer dort erst durch ein Menü zum Impressum navigieren muss, wird es knapp. Führe den Link deshalb direkt auf die Impressumsseite, wenn du nur einen Link setzt, oder setze einen zweiten Link speziell für das Impressum.
Nutzt du ein Link-in-Bio-Tool, das mehrere Ziele auf einer Zwischenseite bündelt, gehört der Punkt Impressum dort weit nach oben und muss ohne Scrollen und ohne Suche zu finden sein. Zwei Punkte solltest du dabei prüfen: ob der Anbieter datenschutzkonform betrieben werden kann, denn viele dieser Dienste sitzen außerhalb der EU und setzen Tracking ein, und ob du bei einem Ausfall des Dienstes ohne Impressum dastehst. Das Hamburger Urteil entlastet dich bei kurzen Störungen, aber ein dauerhaft toter Link bleibt ein Problem.
Reine Textangaben in der Bio funktionieren nicht: Der Platz ist zu knapp für Name, Anschrift, E-Mail und die übrigen Pflichtangaben, und Instagram macht dort eingetippte Adressen nicht klickbar.
Inhaltlich unterscheidet sich das Instagram-Impressum nicht vom Impressum deiner Website. Es ist dasselbe Dokument. Pflicht sind nach Paragraf 5 Absatz 1 DDG dein voller Name, eine ladungsfähige Anschrift, bei juristischen Personen zusätzlich Rechtsform und Vertretungsberechtigter, Angaben für die schnelle elektronische Kontaktaufnahme einschließlich E-Mail-Adresse, bei Registereintragung Register und Registernummer, bei reglementierten Berufen Kammer und Berufsbezeichnung sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder die Wirtschafts-Identifikationsnummer, sofern vorhanden. Welche Zeilen du als Einzelunternehmer weglassen darfst und welche Angaben nichts im Impressum verloren haben, steht ausführlich im Beitrag zum Impressum für Kleinunternehmer.
Zwei Punkte sind auf Instagram besonders relevant, weil sie auf reinen Textseiten selten greifen.
Reels und Videos. Paragraf 5 Absatz 1 Nummer 8 DDG verlangt von Anbietern audiovisueller Mediendienste zusätzlich die Angabe des Mitgliedstaats, der für sie Sitzland ist, sowie der zuständigen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden. Wenn dein Profil im Kern aus Videoinhalten besteht, prüfe diesen Punkt. Für ein Profil mit gelegentlichen Reels neben Bildposts ist die Einordnung nicht eindeutig, hier entscheidet der Einzelfall.
Journalistisch-redaktionelle Inhalte. Paragraf 18 Absatz 2 des Medienstaatsvertrags verlangt zusätzlich einen Verantwortlichen mit Namen und Anschrift, wenn dein Angebot journalistisch-redaktionell gestaltet ist. Die Landesmedienanstalten verstehen darunter Inhalte, bei denen Informationen recherchiert, ausgewählt, zusammengestellt und in Zusammenhänge eingeordnet werden. Ausdrücklich genannt werden dabei auch an die Öffentlichkeit gerichtete Social-Media-Profile. Ob dein Profil darunterfällt, wird im Einzelfall beurteilt, pauschal gilt es für Influencer nicht. Wenn du regelmäßig Nachrichten, Tests, Ratgeber oder politische Einordnungen postest, ist die Frage für dich real.
Für den Verantwortlichen nach dem Medienstaatsvertrag gilt derselbe Grundsatz wie für die Anschrift nach dem DDG: Ein Postfach genügt nicht, es braucht eine echte Anschrift.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Wir dürfen und wollen keine Rechtsberatung im Einzelfall geben. Ob dein Profil als audiovisueller Mediendienst oder als journalistisch-redaktionelles Angebot einzustufen ist, hängt vom konkreten Inhalt ab. Im Zweifel sprich mit einem Anwalt für Medien- und IT-Recht oder frag bei der für dich zuständigen Landesmedienanstalt nach.
Das ist der Punkt, an dem gerade sehr viele Impressen veraltet sind, und er betrifft dich auch dann, wenn du sonst alles richtig gemacht hast. Fast jede Impressum-Vorlage aus den letzten Jahren enthält den Satz mit dem Verweis auf die Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung samt Link.
Diese Plattform wurde zum 20. Juli 2025 eingestellt. Bereits seit März 2025 wurden dort keine neuen Beschwerden mehr angenommen. Der Hinweis samt Link ist damit nicht nur überflüssig, sondern führt Verbraucher auf ein Angebot, das es nicht mehr gibt. Genau das kann als Irreführung und damit als Wettbewerbsverstoß gewertet werden, mit dem üblichen Abmahnrisiko.
Prüfe das an allen Stellen, nicht nur auf der Website: Impressum, allgemeine Geschäftsbedingungen, Footer und die Verkäuferangaben auf Marktplätzen wie Etsy, eBay oder Amazon. Wenn dein Instagram-Link auf dieselbe Impressumsseite zeigt, erledigst du damit beides in einem Schritt.
Viele Creator haben keine Website. Dann brauchst du trotzdem eine erreichbare Seite mit den Pflichtangaben, auf die dein Bio-Link zeigt. Das kann eine sehr einfache Einzelseite sein, eine Unterseite deines Shops oder eine über einen spezialisierten Anbieter gehostete Impressumsseite. Wichtig ist nur, dass sie dauerhaft erreichbar ist und dir zuzuordnen bleibt.
Damit landest du beim eigentlichen Problem: Auf dieser Seite steht deine Anschrift, und die ist bei Creator ohne Büro die eigene Wohnung. Bei einem Instagram-Profil ist das etwas anderes als bei einer Website mit ein paar hundert Besuchern im Monat. Deine Adresse ist dann für jeden Follower, jeden Hater und jeden Adresshändler einen Klick entfernt. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern der Hauptgrund, warum Creator ihr Impressum unvollständig lassen und sich damit angreifbar machen.
Ein Postfach löst das nicht, weil dorthin keine gerichtlichen Schriftstücke zugestellt werden können. Ein Zusatz wie ein c/o vor einer fremden Adresse ist ebenfalls kein Freifahrtschein, dazu haben wir die Bedingungen im Beitrag zur c/o Adresse im Impressum aufgeschrieben.
Was funktioniert, ist eine gemietete Geschäftsadresse, sofern sie ladungsfähig ist. Es muss also tatsächlich jemand vor Ort sein, der deine Post und förmliche Zustellungen entgegennimmt. Genau darin unterscheidet sich eine echte Geschäftsadresse von einem anonymen Briefkasten. Die Kosten sind eine normale Betriebsausgabe, wie im Beitrag zum virtuellen Büro und der Steuer beschrieben.
Dein Impressum ohne deine Wohnadresse
Eine ladungsfähige Berliner Geschäftsadresse mit echtem Team vor Ort, das deine Post annimmt. Aktiv in fünf Minuten, monatlich kündbar.
Teeberg sitzt in der Kollwitzstraße 76 in Berlin Prenzlauer Berg. Kein anonymer Briefkasten, sondern Büroräume mit Team, das deine Post entgegennimmt. Für ein Impressum brauchst du eine Adresse, die als offizielle Firmenanschrift taugt.
Postanschrift
ab 28 Euro/Monat
Geschäftsadresse als Postanschrift, Empfang deiner Post und physische Weiterleitung. Für Einzelpersonen, die eine seriöse Adresse brauchen.
Virtual Office meistgewählt
ab 63 Euro/Monat
Offizielle Firmenanschrift für Handelsregister und Impressum, täglicher dokumentenechter Scan deiner Post, Büroraum auf Abruf sowie Empfang und Lagerung.
All inclusive Virtual Office
ab 239 Euro/Monat
Alles aus dem Virtual Office plus 4 Stunden Meetingraum pro Monat und eine eigene Berliner Telefonnummer. Praktisch, wenn du auch geschäftliche Anrufe nicht über deine private Nummer laufen lassen willst.
* Preise bei jährlicher Zahlweise, zzgl. USt., Stand 2026. Monatliche Zahlweise möglich.
Weiterführende Artikel
Nur wenn dein Profil geschäftsmäßig genutzt wird. Ein rein privates Profil ohne Kooperationen, Affiliate-Links und Verkauf ist frei. Sobald du regelmäßig bezahlte Beiträge veröffentlichst, Produkte bewirbst oder auf eine Firmenwebsite verlinkst, greift Paragraf 5 DDG. Die Kontoeinstellung privat oder öffentlich bei Instagram hat darauf keinen Einfluss.
Ja. Das Oberlandesgericht Hamburg hat am 21. Mai 2026 unter dem Aktenzeichen 15 U 99/24 entschieden, dass ein gut wahrnehmbarer, klickbarer Link in der Bio zu einer Seite mit vollständigem Impressum ausreicht. Ein separates Impressum im Profiltext verlangt Paragraf 5 DDG nicht. Der Link muss aber eindeutig als solcher erkennbar sein und ohne Umwege zum Impressum führen.
Nein. Instagram stellt kein dediziertes Impressum-Feld bereit, auch nicht im Business-Profil. Du nutzt stattdessen das Website-Feld im Profil, in dem sich mehrere Links hinterlegen lassen, und beschriftest einen davon eindeutig mit Impressum. Die Kontaktoptionen des Business-Profils ersetzen die Pflichtangaben nicht.
Du brauchst irgendeine dauerhaft erreichbare Seite mit den Pflichtangaben, auf die dein Bio-Link zeigt. Das kann eine einfache Einzelseite sein, eine Unterseite deines Shops oder eine über einen spezialisierten Anbieter gehostete Impressumsseite. Nutzt du ein Link-in-Bio-Tool, muss der Punkt Impressum dort ohne Scrollen und ohne Suche zu finden sein.
Nein, er muss raus. Die Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung wurde zum 20. Juli 2025 eingestellt. Der Hinweis samt Link führt Verbraucher auf ein Angebot, das es nicht mehr gibt, und kann als Irreführung abgemahnt werden. Die separate Erklärung zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle bleibt dagegen bestehen.
Ja, mit einer gemieteten Geschäftsadresse, sofern diese ladungsfähig ist. Es muss also jemand vor Ort sein, der Post und gerichtliche Schriftstücke entgegennimmt. Ein Postfach erfüllt das nicht, und die Angabe ganz wegzulassen ist keine Option, weil Paragraf 5 Absatz 1 Nummer 1 DDG eine Anschrift verlangt.
In einem 15-minütigen Telefonat klären wir alle deine Fragen und führen dich gerne gemeinsam durch die Schritte zum Virtual Office





