Impressum auf TikTok: Pflicht für Creator & Unternehmen
Ab wann dein TikTok Account ein Impressum braucht, und wie du deine Privatadresse aus einem viralen Profil heraushältst.
Was musst du beim Transparenzregister zur Geschäftsadresse und zum wirtschaftlich Berechtigten angeben?


Kurze Antwort
Im Transparenzregister meldest du keine Geschäftsadresse. Gemeldet werden nach Paragraf 19 Absatz 1 GwG genau fünf Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Wohnort, Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses sowie alle Staatsangehörigkeiten. Wohnort heißt Ort, nicht Straße und Hausnummer. Eine Geschäftsadresse schützt also deine Privatanschrift im Handelsregister und im Impressum, sie ersetzt aber nicht die Angabe deines Wohnorts im Transparenzregister. Wer nicht oder falsch meldet, riskiert nach Paragraf 56 GwG bis zu 150.000 Euro Bußgeld.
Was du in diesem Artikel erfährst
Rund um Transparenzregister und Geschäftsadresse kursieren zwei Halbwahrheiten: Die eine sagt, mit einer virtuellen Geschäftsadresse bleibe deine Privatanschrift komplett unsichtbar. Die andere sagt, das Transparenzregister mache jede Adresse ohnehin öffentlich. Beides stimmt nicht. Hier steht, welche Daten das Register tatsächlich speichert, wer sie sehen darf und an welcher Stelle eine Geschäftsadresse deine Privatsphäre schützt.
Das Transparenzregister ist ein staatlich vorgeschriebenes Register nach dem Geldwäschegesetz (GwG). Es soll sichtbar machen, welche natürliche Person hinter einer Gesellschaft steht. Nicht der eingetragene Geschäftsführer ist gemeint, sondern die Person, der das Unternehmen wirtschaftlich gehört oder die es kontrolliert. Geführt wird das Register vom Bundesanzeiger Verlag, aufsichtführende Behörde ist das Bundesverwaltungsamt.
Wichtig für die Adressfrage: Das Transparenzregister ist kein Adressregister. Es bildet Eigentums- und Kontrollverhältnisse ab, nicht Standorte. Die Geschäftsadresse deines Unternehmens steht im Handelsregister, nicht hier. Was hier steht, ist der Wohnort der dahinterstehenden Person. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied, den viele Ratgeber verwischen.
Paragraf 19 Absatz 1 GwG listet die Angaben abschließend auf. Es sind genau fünf, mehr darf und muss nicht gemeldet werden.
Vor- und Nachname
Der bürgerliche Name der natürlichen Person, keine Firmenbezeichnung.
Geburtsdatum
Vollständiges Datum, dient der eindeutigen Zuordnung.
Wohnort
Nur der Ort, also zum Beispiel Berlin oder Hamburg. Keine Straße, keine Hausnummer, keine Postleitzahl.
Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses
Woraus sich die Stellung ergibt, etwa Kapitalanteil von 60 Prozent oder Stimmrechtskontrolle.
Alle Staatsangehörigkeiten
Bei mehreren Pässen werden alle angegeben, nicht nur einer.
Die Meldung selbst erfolgt nach Paragraf 20 GwG unverzüglich und elektronisch über das Portal des Transparenzregisters. Ändert sich etwas an den Beteiligungsverhältnissen, am Namen oder an der Rechtsform, musst du das ebenfalls unverzüglich nachziehen. Eine Frist von mehreren Wochen gibt es nicht, unverzüglich heißt ohne schuldhaftes Zögern.
Paragraf 20 GwG erfasst juristische Personen des Privatrechts und eingetragene Personengesellschaften. Praktisch heißt das: fast jedes Unternehmen, das in einem Register steht. Wer nur ein Gewerbe angemeldet hat oder freiberuflich arbeitet, fällt nicht darunter.
Meldepflichtig
GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG, KG, GmbH und Co. KG, OHG, Partnerschaftsgesellschaft, eingetragene Genossenschaft, eingetragener Verein, Stiftung mit Rechtsfähigkeit sowie die eingetragene GbR (eGbR).
Nicht meldepflichtig
Einzelunternehmen, eingetragene Kaufleute (e. K.) und Freiberufler. Auch die nicht eingetragene GbR bleibt außen vor, weil sie in keinem Register geführt wird.
Der wichtigste Neuzugang ist die eGbR. Seit dem 1. Januar 2024 gibt es mit dem MoPeG das Gesellschaftsregister, und wer seine GbR dort einträgt, wird damit automatisch auch transparenzregisterpflichtig. Eine Eintragungspflicht für jede GbR gibt es nicht. Faktisch kommst du aber nicht drum herum, sobald die GbR Grundstücke erwerben oder sich als Gesellschafterin an einer anderen Gesellschaft beteiligen will.
Wichtig: Bei Kapitalgesellschaften mit einfacher Struktur werden viele Angaben aus Handels-, Gesellschafts-, Genossenschafts- und Vereinsregister automatisch übernommen. Verlass dich nicht blind darauf. Prüfe im Register, ob die Angaben vollständig und aktuell sind. Fehlt etwas, bist du und nicht die Registerstelle in der Pflicht. Im Zweifel lieber freiwillig melden, eine doppelte Eintragung ist folgenlos, eine fehlende nicht.
Bleibt die Frage, wer überhaupt als wirtschaftlich Berechtigter gilt. Paragraf 3 Absatz 2 GwG zieht die Grenze bei 25 Prozent. Wirtschaftlich Berechtigter ist jede natürliche Person, die mehr als 25 Prozent der Kapitalanteile hält, mehr als 25 Prozent der Stimmrechte kontrolliert oder auf vergleichbare Weise Kontrolle ausübt. Mittelbare Beteiligungen über eine Holding zählen mit.
Ein Beispiel: Eine UG hat drei Gesellschafter mit 50, 30 und 20 Prozent. Zu melden sind die ersten beiden, weil sie über 25 Prozent liegen. Der dritte Gesellschafter mit 20 Prozent wird nicht gemeldet, solange er keine anderweitige Kontrolle ausübt, etwa über eine Stimmbindungsvereinbarung.
Lässt sich nach vollständiger Prüfung niemand oberhalb der Schwelle identifizieren, greift der fiktive wirtschaftlich Berechtigte nach Paragraf 3 Absatz 2 Satz 5 GwG. Dann gilt der gesetzliche Vertreter als wirtschaftlich Berechtigter, bei einer GmbH also der Geschäftsführer. Typischer Fall: eine GmbH mit fünf Gesellschaftern zu je 20 Prozent. Niemand überschreitet die Schwelle, gemeldet wird die Geschäftsführung. Fiktiv heißt hier nicht optional, diese Meldung ist genauso Pflicht wie jede andere.
Das Transparenzregister war bis 2022 für jedermann einsehbar. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur öffentlichen Einsichtnahme wurde der Zugang zurückgenommen. Paragraf 23 GwG regelt heute drei Gruppen von Einsichtsberechtigten.
Behörden und Gerichte
Strafverfolgung, Finanzverwaltung, Aufsichtsbehörden und Gerichte, jeweils im Rahmen ihrer Aufgaben.
Verpflichtete nach dem GwG
Banken, Notare, Steuerberater und Versicherer, wenn sie eine Geschäftsbeziehung prüfen. Deshalb fragt deine Bank bei der Kontoeröffnung danach.
Personen mit berechtigtem Interesse
Wer der registerführenden Stelle ein berechtigtes Interesse nachweist, etwa Journalisten und zivilgesellschaftliche Organisationen bei Recherchen mit Bezug zu Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung.
Ein neugieriger Wettbewerber oder ein beliebiger Website-Besucher kommt also nicht mehr ohne Weiteres an deine Daten. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Wenn jemand ein berechtigtes Interesse darlegen kann, sieht er deinen Namen, dein Geburtsdatum und deinen Wohnort.
Für Ausnahmefälle sieht Paragraf 23 Absatz 2 GwG eine Beschränkung der Einsichtnahme vor. Du kannst sie beantragen, wenn überwiegende schutzwürdige Interessen entgegenstehen, etwa die konkrete Gefahr bestimmter Straftaten wie Erpressung oder Nötigung, oder wenn die wirtschaftlich berechtigte Person minderjährig oder geschäftsunfähig ist. Gegenüber Behörden, Gerichten, Notaren und den GwG-Verpflichteten wirkt diese Beschränkung nicht. Ein allgemeines Unwohlsein reicht als Begründung nicht aus, du musst die Gefährdung belegen.
Hier wird es konkret, und hier wird in der Branche viel zu viel versprochen. Eine Geschäftsadresse ist ein wirksames Instrument, um deine Wohnanschrift aus den öffentlich einsehbaren Stellen herauszuhalten. Sie ist kein Werkzeug, um im Transparenzregister unsichtbar zu werden.
| Wo | Was dort steht | Geschäftsadresse hilft |
|---|---|---|
| Impressum | Ladungsfähige Anschrift, öffentlich für jeden | ✓ ja, vollständig |
| Handelsregister | Inländische Geschäftsanschrift der Gesellschaft | ✓ ja, vollständig |
| Gewerbeanmeldung | Betriebsstätte des Unternehmens | ✓ ja, als Betriebsstätte |
| Transparenzregister | Wohnort der wirtschaftlich Berechtigten, kein Straßenname | nein, hier zählt der Wohnort |
Praktisch bedeutet das für einen Gründer aus Berlin: Im Impressum und im Handelsregister steht die Berliner Geschäftsadresse. Im Transparenzregister steht sein Name, sein Geburtsdatum, sein Beteiligungsumfang und der Wohnort Berlin. Was nirgendwo öffentlich steht, ist seine Wohnadresse mit Straße und Hausnummer. Genau das ist der reale Schutzeffekt, nicht mehr und nicht weniger.
Wenn du wissen willst, welche Adresse an welcher Stelle eingetragen wird und worauf das Registergericht achtet, hilft dir unser Beitrag zur Handelsregistereintragung mit Firmensitz und Geschäftsadresse weiter. Für die Frage, wann eine Adresse überhaupt ladungsfähig ist, lohnt der Blick in unseren Artikel zur c/o-Adresse im Impressum.
Die Sanktionen im Geldwäschegesetz sind kein Papiertiger. Paragraf 56 GwG sieht bei vorsätzlichen Verstößen bis zu 150.000 Euro vor, bei Fahrlässigkeit bis zu 100.000 Euro. Bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen steigt der Rahmen auf bis zu eine Million Euro oder das Doppelte des wirtschaftlichen Vorteils. Für juristische Personen kann das Bußgeld bis zu fünf Millionen Euro oder zehn Prozent des Vorjahresumsatzes betragen, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Die laufenden Kosten sind dagegen überschaubar. Für die Führung des Registers erhebt der Bundesanzeiger Verlag eine Jahresgebühr, die nach der Transparenzregistergebührenverordnung seit 2022 bei 20,80 Euro pro Jahr liegt. Sie fällt auch dann an, wenn deine Meldepflicht durch die automatische Übernahme aus dem Handelsregister als erfüllt gilt. Die Rechnung kommt unaufgefordert per Post oder E-Mail.
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Weiterführende Artikel
Nein. Das Transparenzregister erfasst nach Paragraf 19 Absatz 1 GwG keine Geschäftsadresse, sondern fünf Angaben zur wirtschaftlich berechtigten Person: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Wohnort, Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses sowie alle Staatsangehörigkeiten. Die Geschäftsanschrift der Gesellschaft steht im Handelsregister, nicht im Transparenzregister.
Nur teilweise. Gemeldet wird der Wohnort, also die Stadt oder Gemeinde, nicht Straße und Hausnummer. Und das Register ist seit 2022 nicht mehr für jedermann einsehbar. Zugriff haben nach Paragraf 23 GwG Behörden und Gerichte, Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz wie Banken und Notare sowie Personen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen.
Ja, UG und GmbH sind nach Paragraf 20 GwG mitteilungspflichtig. Bei einfachen Strukturen werden die Angaben oft automatisch aus dem Handelsregister übernommen, sodass keine eigene Meldung nötig ist. Verlassen solltest du dich darauf nicht: Prüfe im Register, ob deine Daten vollständig und aktuell sind, und melde im Zweifel selbst. Eine doppelte Eintragung ist folgenlos, eine fehlende kann teuer werden.
Dann greift der fiktive wirtschaftlich Berechtigte nach Paragraf 3 Absatz 2 Satz 5 GwG. Als wirtschaftlich Berechtigter gilt der gesetzliche Vertreter, bei einer GmbH also der Geschäftsführer, bei einer Personengesellschaft der geschäftsführende Gesellschafter. Diese Meldung ist genauso verpflichtend wie jede andere, sie entfällt nicht, nur weil sie fiktiv heißt.
Die Meldung selbst ist kostenlos. Für die Führung des Registers erhebt der Bundesanzeiger Verlag nach der Transparenzregistergebührenverordnung eine Jahresgebühr, die seit 2022 bei 20,80 Euro liegt. Sie wird auch dann fällig, wenn deine Meldepflicht durch die automatische Übernahme aus dem Handelsregister als erfüllt gilt.
Nur die eingetragene GbR (eGbR). Seit dem 1. Januar 2024 gibt es mit dem MoPeG das Gesellschaftsregister, und mit der Eintragung dort entsteht auch die Pflicht zur Meldung an das Transparenzregister. Eine nicht eingetragene GbR ist nicht meldepflichtig. Praktisch führt aber kein Weg an der Eintragung vorbei, sobald die GbR Grundstücke erwerben oder sich an einer anderen Gesellschaft beteiligen will.
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